Schatten

Vielfältige Talente

Schüler der Neuenrader Waldorfschule zeigen erste Austellung "Natürlich gelernt"

Altena ♦ "Natürlich gelernt" heißt die Ausstellung der Waldorfschule Neuenrade, die seit Dienstagabend im Foyer der St. Vinzenz Krankenhauses zu sehen ist. Einige Exponate sind wahrhaftig naturnah entstanden.

So das "Hausbau-Projekt", bei dem Schüler mit selbstgesammelten Materialien aus der Natur Miniatur-Gebäude geschaffen haben. Nicht die Kunstwerke selbst, sondern hochwertige Fotografien davon sind in Altena ausgestellt.

Wer die Waldorfschule nicht kennt und sich die neue Ausstellung ansieht, wird vor allem den Eindruck gewinnen, dass dort Kreativität gefördert wird. Krönung diese Prozesses ist das "Achtklassprojekt" der Schule, in dem Oberstufenschüler vier Monate Zeit haben, eine eigene Idee zu entwickeln, zu finanzieren, umzusetzen und vorzustellen. Eine Schülerin hat einen Rock genäht, ein junger Mann baute sich seinen eigenen Boxsack. Sogar ein Grill ist in dieser Zeitspanne entstanden und ein Mondphasenmodell. "Und die Persönlichkeit der Schüler wächst enorm, wenn sie an ihrem Projekt arbeiten", wissen Gertrud Fabry und Helga Holtkämper, die die Ausstellung konzipiert haben.

Sie finden heraus, ob sie ehe langfristig eine Arbeit angehen können oder gute Ergebnisse unter Zeitdruck abliefern. Sie lernen, mit Budgets umzugehen und vor großen Gruppen zu sprechen, wenn sie ihre Projektdokumentationen vorstellen. Bislang fand das alles Schulintern statt - bis die Altenaer Walddorf-Pädagogin Claudia Malcus mal beim Kulturring anklopfte und die Idee einer Ausstellung anbrachte.

Unterstützung fand sie auch bei ihrer Kollegin Kirsten Schuppert und bei der Neuenrader Mediengestalterin Lena Hammecke, die sich zum Fotografieren der geschaffenen Werke zur Verfügung stellte.

Während Hausbau- und Achtklassprojekt stark objektorientiert sind, ist der Kunstunterricht klassisch mit vielen Elementen der Malerei angelegt. Schülerarbeiten von der Unter- bis zur Oberstufe zeigen die kreative Entwicklung der jungen Leute. Frühwerke mit Nass-in-Nass-Technik ergänzen feine Licht- und Schatten-Spielereien, Lasurarbeiten und auch ein Portrait.

Auch als Neuenrader Institution ist die Waldorfschule in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde bekannt: Von 250 Schülern kommen 50 aus diesem Einzugsgebiet. "Deshalb habe ich Altena als guten Standort für unsere erste Vernissage empfunden", erklärte Malcus. Der ärztliche Direktor des St. Vinzenz, Jens Linderhaus, führte am Dienstag mit den Pädagoginnen in die Ausstellung ein. Nicht nur vor Angehörigen der jungen Künstler, sondern auch vor interessierten Kunstfreunden, die bislang keinen Bezug zur Waldorfschule hatten. (Altenaer Kreisblatt, Ina Hornemann)

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