Schulprofil

8. Kultur

Die Freie Waldorfschule Neuenrade versteht sich als Ort der Künste.

 

Die Kunst führt den Menschen in die Sphäre der Freiheit, in der er sein Menschsein unabhängig von äußeren Zwängen erproben und entwickeln darf. Solche Zwänge können u. a. soziale, ökonomische oder tradierte sein, die den Menschen festlegen und beschränken wollen.

 

Dem muss sich ein an den Künsten geschulter, kreativer, selbständiger Mensch entgegenstellen, der auf allen Gebieten des Lebens seine eigenen Impulse versucht zu verwirklichen. Fehlt dieser Freiheitsraum, dann werden dem Menschen und damit den menschlichen Organisationen die Entwicklungsmöglichkeiten genommen. (Siehe die Entwicklung von totalitären Gesellschaften, in denen die freie Kunstausübung eingeschränkt war.)

 

Die Künste sollen auf folgenden Feldern gefördert werden:

I. Die Methodik

Der Waldorfschulunterricht versteht sich als Erziehungskunst. Das bedeutet, dass in jeder Schulstunde das künstlerische Element angestrebt werden soll. Stichwort ist hier „bildhafter Unterricht“, der nicht definieren und einengen will, sondern der beschreibend, möglichst viele Sinne aktivierend, emotional gesättigt und vom Menschen ausgehend die Unterrichtsgebiete zur Erscheinung bringen will.

II. Pflege der künstlerischen Fächer

Weiter wird eine intensive Pflege der Künste als Unterrichtsfächer angestrebt. Dazu gehört die Pflege der Bewegung (Eurythmie, Tanz, Gymnastik, Gestik), der Musik (Singen, Instrumentalunterricht), der Sprache (chorische Rezitationen, schönes Einzelsprechen, Schauspiel) und der bildenden Künste (Malen, Zeichnen, Plastizieren, Holzgestaltung, Steinmetzen, Handarbeit).

 

Die Künste haben nicht in erster Linie dienende Funktionen, also als Ausgleich oder im besten Falle als Wegbereiter für kognitive Fähigkeiten, sondern sie haben durchaus ihren Eigenwert.

 

Zitat von Elmar Lampson: „… wenn von Musik die Rede ist, wird sehr oft betont: Musik macht intelligent, fördert die Lern- und Konzentrationsfähigkeit – das ist alles richtig. Aber zuallererst ist Musik selbst eine Form von Intelligenz. (…) Im Grunde genommen gehört die Entwicklung von Musikalität zur Ausbildung eines jeden menschlichen Bewusstseins dazu, und der Entwicklung von Musikalität müsste in der Kindheit der gleiche Raum gegeben werden wie der Ausbildung der Sprech- und Denkfähigkeiten und der Bewegungsfähigkeiten."

 

Dies gilt für alle Künste. Die Erträge dieser Fächer sollen auf Monatsfeiern, Elternnachmittagen und Schulfesten dargeboten bzw. ausgestellt werden.

 

In der 8. Klasse und mindestens einmal in der Oberstufe soll ein Klassenspiel in Deutsch oder einer Fremdsprache aufgeführt werden. Hierher gehören auch die Halbjahres- bzw. Jahresarbeiten in den Klassen 8 und 12. Diese sollten nach Möglichkeit einen künstlerischen Teil beinhalten (Beispiel: Ein Schüler beschäftigt sich in seiner Jahresarbeit mit dem Thema „Indien“ und vertieft durch eine tänzerische oder szenische Darbietung aus diesem Kulturkreis.)

 

Auch Darbietungen anderer Schulen, seien es eingeladene oder besuchte, sollen wahrgenommen werden.

III. Förderung künstlerischer Angebote für Schüler, Eltern und Lehrer

Hierzu gehört die Pflege der Weihnachtsspiele und das Anbieten von Kursen auf allen Gebieten der Kunst.

IV. Professionelle Aufführungen für Schüler

Es gehört zur Persönlichkeitsbildung im Laufe der Schulzeit, anspruchsvolle künstlerische Darbietungen wahrnehmen zu dürfen. Dazu gehören Auftritte von Künstlern aus den Sparten Musik, Sprache und Eurythmie innerhalb der Schulzeit, sei es in unserer Schule, sei es auswärts.

V. Aufführungen für Oberstufenschüler, Eltern und Gäste

Unsere Schule möchte sich öffnen als Kultur- und Veranstaltungsort und bunt gemischte Veranstaltungen anbieten. Wir möchten sowohl Künstlern mit Waldorf-spezifischem Hintergrund Auftritte ermöglichen, als auch Künstlern aus dem Umkreis.