Schulprofil

10. Ganztagsgrundschule und

Betreuung von "acht bis eins"

Durch das Angebot der Offenen Ganztagsgrundschule wird neben dem Angebot „Schule von 8 bis 1“ – verlässliche Betreuung bis 13.30 Uhr an jedem Schultag - eine qualitative und quantitative Erweiterung der Betreuung an der Freien Waldorfschule Neuenrade geschaffen.

 

Die Offene Ganztagsgrundschule soll ein Entfaltungs- und Schutzraum für Kinder zwischen den beiden „Institutionen“ Familie und Schule sein. Nach der Schule soll das Kind im Vordergrund stehen. Die Offene Ganztagsgrundschule soll keine verlängerte Schule, sondern dem Kind eine „Freizeit Heimat“ sein, ein Ort verlässlicher, Rückhalt gebender Bindung an Betreuer und Gruppenkonstellationen mit sinnerfüllten Lebens- und Tätigkeitsmöglichkeiten.

 

Als schulspezifische Merkmale der Freien Waldorfschule Neuenrade sind vier Säulen festzumachen:

 

  • Waldorfpädagogik
  • Schule als Kulturort/lebendige, gelebte Kultur
  • Natur – Wald – Technik
  • Fremdsprachen

 

Alle vier Säulen finden sich im pädagogischen Konzept der Offenen Ganztagsgrundschule wieder.

 

Durch die vorteilhafte Lage der Freien Waldorfschule Neuenrade mitten im Wald, bietet sich in der Projektarbeit ein erster Schwerpunkt bei der Natur- und Erlebnispädagogik an. Dabei geht es unter anderem darum, die verschiedenen Sinne wie z.B. den „Tastsinn“ und den „Gleichgewichtssinn“ zu schulen.

 

Dies bedeutet Abwechslung in der Bodenbeschaffenheit, wie unebene Wege, Stolpersteine und Schwellen, Kies, Wiesen, Matsch, Sand, Wasser und Staub. Bretter und Äste helfen Häuschen, Höhlen und Lager zu bauen und bieten Rückzugsmöglichkeiten. Jahreszeiten bezogene Projekte geben den Kindern die Möglichkeit Früchte, Blätter und Pflanzen zu sammeln und damit zu basteln. Ein nicht zu großes Sortiment an Scheren, Stiften und Spielen schafft soziale Rücksichtnahme und Wertschätzung der entsprechenden Dinge.

 

Das Bestimmen von Pflanzen und Tieren und das entsprechende Nachschlagen in Büchern gehört ebenfalls dazu. Im Spiel und bei den Projekten können die Kinder ihre Freundschaften vertiefen. Aus diesem Grunde kann auch gruppenübergreifend betreut werden.

 

Wichtig ist dabei einen nicht zu perfekten Lebensraum anzubieten, damit die Kinder kreativ sein können. Für den „Lebenssinn“ ist es wichtig, Kontakte zu pflegen, Freundschaften aufzubauen, Gemeinsamkeiten kennen zu lernen, Sympathie und Antipathie zu erspüren und den Umgang damit zu lernen.

 

Weitere Projekte sind Theater und Maskenbau und bilinguale Betreuung.

 

Außerdem werden sich die Gruppen der Offenen Ganztagsgrundschule zur Vorbereitung  an den verschiedenen Schulfesten beteiligen. Das Sommerfest oder der Weihnachtsbasar aber auch die Teilname an Monatsfeiern bieten Möglichkeiten der Schulanbindung.

 

Unabhängig von den einzelnen Projekten findet durch die kontinuierliche Anwesenheit der gleichen Bezugspersonen und ein rhythmisierter Tages-, Wochen .und Jahresablauf statt. Durch das Erleben von Anfang bis Ende, durch Rituale und sich Wiederholendes findet das einzelne Kind Halt und Orientierung.

 

Einen ganz besonderen Stellenwert nimmt die Betreuung bei den Hausaufgaben ein. Um die Kinder bei ihren Hausaufgaben optimal zu unterstützen, ist es für die pädagogisch vorgebildeten Betreuer sinnvoll teilweise schon morgens mit in den Hauptunterricht und in die Fachstunden zu gehen. Hier können sie einen Überblick über die gehaltenen Epochen und Lerninhalte erhalten. In Absprache mit Lehrern und Eltern soll den Kindern so eine ausreichende Unterstützung für die jeweiligen individuellen Förderungsbedürfnisse der Kinder gegeben werden.

 

Durch regelmäßig stattfindende Elternabende wird festgelegt werden können, ob und welche  Angebote im Bereich der Offenen Ganztagsgrundschule von Eltern selbst durchgeführt werden können, bevor auf externe Programmkräfte zugegriffen wird. Im Rahmen dieser Elternabende soll auch das Interesse der Eltern an der ehrenamtlichen Mitarbeit in der Offenen Ganztagsgrundschule geweckt werden (Mittagessen, Begleitung der Kinder zum Gebäude der Offenen Ganztagsgrundschule usw.).

 

Darüber hinaus bieten die Elternabende und auch das tägliche Gespräch mit den Betreuer/innen Gelegenheit, auf das wichtige Thema der Mittagsverpflegung Einfluss zu nehmen. Sowohl ernährungswissenschaftlich als auch finanziell und von der Akzeptanz der Kinder her soll hier eine Zufriedenheit gewährleistet sein.

 

Das Angebot der Offenen Ganztagsgrundschule besteht täglich von 12.00 bis 16.00 Uhr. Aufgrund der besonderen Lage der Freien Waldorfschule Neuenrade muss für die Kinder, die auf den Öffentlichen Personennahverkehr angewiesen sind, die Betreuung bereits um 15.10 bzw. 15.25 Uhr enden. Eine anderweitige Möglichkeit von Seiten der Märkischen Verkehrsgesellschaft besteht nicht. Die Kinder, die privat abgeholt werden, können die Betreuung in der Offenen Ganztagsgrundschule bis 16.00 Uhr wahrnehmen.

 

Der zu leistende Eigenanteil für den Betrieb der Offenen Ganztagsgrundschule wird als Teil der Freien Waldorfschule Neuenrade von der gesamten Schulgemeinschaft durch eine monatliche Zahlung in Höhe von 6,00 € pro Familie als Solidarbeitrag finanziert. Die Nutzung der Einrichtung Offene Ganztagsgrundschule löst somit keine weiteren Kosten für die Elternhäuser aus.

 

Im Betrieb der Offenen Ganztagsgrundschule wird – wie vorstehend ausgeführt – täglich ein gemeinsames Mittagessen eingenommen Es besteht hier zum einen die Möglichkeit, die an der Freien Waldorfschule angebotene Mittagsverpflegung – angeliefert durch das Krankenhaus Werdohl – gegen Zahlung von 2,50 € pro Mahlzeit einzunehmen oder aber die selbst mitgebrachte Verpflegung in der Gemeinschaft der Gruppe zu essen. Kosten für Getränke und den gemeinsamen Nachtisch werden auf alle Kinder umgelegt und durch eine wöchentlich zu entrichtende Pauschale von 1,50 € gedeckt.