Schatten

Früher haben Wildbienen von der Strukturvielfalt der kleinbäuerlichen Landwirtschaft profitiert. Durch die zunehmende Industrialisierung und Versiegelung von Flächen (z.B. durch Wohnungs- oder Straßenbau) finden sie heute immer weniger Nahrungspflanzen und geeignete Nistplätze.

Das Problem der Wildbienen ist ihre große Abhängigkeit vom Nahrungs- und Nistplatzangebot sowie ihre sehr geringe Fortpflanzungsrate. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Landschaft sogar im ländlich geprägten Sauerland, sehr stark verändert. Vor allem die Intensivierung der Landwirtschaft führt zu einem Verlust strukturreicher Lebensräume und einem Rückgang an Blühpflanzen. Einige Landwirte legen heute schon wieder extra Blühsteifen an den Rändern der Äcker an. Wertvolle Strukturen wie Sandwege, alte Hecken, Totholz- oder Steinhaufen sind in vielen Regionen Deutschlands verschwunden und im Spätsommer fehlt es an Nahrungsquellen. Zusätzlich zu dem schrumpfenden Nahrungsangebot finden viele Wildbienenarten keinen geeigneten Nistplatz mehr.

Was aber können wir wirklich tun, damit die Wildbienen uns möglichst vielfältig erhalten bleiben?“, das war die Frage, die sich die LehrerInnen und Erzieherinnen mit den Kindern gemeinsam stellen.

 Einige Erzieherinnen des Kindergarten Hummelnest ließen sich im Naturschutzzentrum „Arche Noah“ in Menden bzgl. der Wildbienen fortbilden. Sie lernten, wie sinnvollerweise Wildbienenhotels beschaffen sein müssen, damit man den Tieren auch zusätzliche Nistplätze anbietet. Gemeinsam mit Eltern des Kindergartens wurde das Material für 8 Hotels vorbereitet. In einer gemeinsamen Aktion setzten Kindergartenkinder und Kinder der Primarstufe die vorgefertigten Bauteile zusammen. Da wurde gebohrt, geschraubt, die fertigen Nistkästen mit Lehm und Papphülsen oder ausgehöhlten Holunderstöckchen verfüllt. Welch selbstverständliche und harmonische Zusammenarbeit hier entstand!

Im Anschluss an diese gemeinsame Aktion wurden je 4 Wildbienenhotels am Kindergarten und er OGS der Freien Waldorfschule Neuenrade aufgestellt. Diese warte nun auf Besucher. Die ersten sind wohl auch schon gesichtet worden.

Das Wildbienen-Projekt ist mit dem Bau und dem Aufstelle der Wildbienenhotels ja auch noch nicht vorbei, denn es gilt zu beobachten, wer kommen mag, um einzuziehen. Wer wird unsere neu angebotenen Nistplätze annehmen? Dieses Sensibilisieren auch für die kleinen Wesen in unserer Umgebung ist mit diesem Projekt wunderbar gelungen!